Versuch und Irrtum – eine Methode zur Problemlösung

Versuch und Irrtum ist eine Methode für die Lösung von Problemen, welche W. Holmes und Herbert Spencer Jennings geprägt wurde.

Bei Versuch und Irrtum wird eine mögliche Lösungsmöglichkeit so lange ausprobiert bis die gewünschte Lösung gefunden wird. Von Anfang an muss man aber in Betracht ziehen, dass es möglich ist, Fehlschläge zu erleiden.

 

Das Trial-Error-Prinzip

Durch Motivation/Antrieb wird ein Organismus sensibel für Hinweisreize, um die angestrebte Entspannung zu erreichen. Vom Organismus werden daher mehrere Wege ausprobiert um diese Entspannung also das Ziel zu erlangen (Versuch). Versuche, die erfolgslos sind, werden nach Thornike als Irrtum (error) benannt. Versuche, welche jedoch gelingen und somit ermöglichen das Ziel zu erreichen werden als Wirkung bezeichnet. Diese Methode wird daher auch als Trial and Error-Prinzip bezeichnet

Edward-Lee-Thorndike Wikimedia Commons
Quelle: The Popular science monthly
(Published 1912)

Menschen und Tiere – Lernen durch Erkenntnis

Menschen und Tiere lernen häufig über Handlungen. Während des Lernens werden daher also Fehler gemacht. Auch in der Entwicklung von Menschen ist das Versuch-Irrtum-Lernen ein wichtiger Bestandteil. Wenn Kinder bzw. Erwachsene bspw. ein kompliziertes Puzzle zusammensetzen, dann versuchen sie immer wieder Einzelteile zusammen zu fügen, bis schlussendlich das Gesamtpuzzle steht. So gewinnen diese Erfahrungen aus Versuch und Irrtum, beim nächsten Mal erfolgt der Zusammenbau des Puzzles also in noch kürzerer Zeit.

Edward Lee Thorndike veranschaulichte das Versuch-Irrtum-Lernen zudem in einem Versuch mit Katzen, die hungrig waren. Diese Katzen sollten die Tür eines Käfigs öffnen, um zum Futternapf gelangen zu können. Die eingesperrten Tiere zeigten zuerst verschiedene Verhaltensweisen – sie kratzten oder miauten etc. Nach einiger Zeit berührten die Katzen aus Zufall den Hebel, welcher die Tür öffnete. Nachdem sie wieder eingesperrt waren, probierten die Katzen erneut herum. Doch dieses Mal kümmerten sie sich bereits intensiver mit dem Hebel. Schlussendlich lernten sie dann also, wie sich die Tür zum Futter sofort öffnen lässt.

Edward Lee Thorndike

Entscheidend sei vor allem, so Thorndike, die Belohnung durch das Futter. Nur deshalb setzten sich die eingesperrten Katzen mit dem Hebel auseinander, da diese immer häufig mit den Erfolgserlebnissen verbunden waren. Rückwirkend gesehen verstärkte das Futter den Lernprozess aktiv.

Fazit: Das Versuch-Irrtum-Lernen bzw. das Trial-Error-Prinzip ist eine Lernform, wobei eine zufällige Handlung zum Erfolg führt. Diese wird dann später weiterverwendet.